Mohr-Lüllmann fordert Kurswechsel in der Drogenpolitik
Nach dem Bekanntwerden weiterer Fälle, in denen Kinder drogenabhängiger Eltern mit Heroin sowie anderen Rausch- und Betäubungsmitteln versorgt wurden, verlangt Dr. Rita Mohr-Lüllmann einen unverzüglichen Kurswechsel in Bremens Drogenpolitik.
„Die Zeit der Verharmlosung ist ein für allemal vorbei. Die neuen Fälle machen mich fassungslos. Das zuständige Ressort muss endlich die nötigen Konsequenzen ziehen und die Maßnahmen zur Sicherung des Kindeswohls verbessern. Kinder haben im Drogenmilieu nichts zu suchen“, sagt die stellvertretende Vorsitzende der Bremer CDU-Bürgerschaftsfraktion. Nach Kenntnis der Christdemokratin gibt es inzwischen mehr als 20 Fälle, in denen Kinder mit Heroin oder auch Kokain ruhiggestellt wurden.
Bereits im Oktober vergangenen Jahres waren durch eine Anfrage der CDU-Fraktion acht Fälle von Drogenmissbrauch bekannt geworden. Und schon damals forderte Rita Mohr-Lüllmann, Kinder aus betroffenen Familien besonders zu schützen. Doch das zuständige Ressort sah keinen Handlungsbedarf. Damals sagte Staatsrat Hermann Schulte-Sasse, die CDU müsse dem Ressort für die Durchführung von Haaranalysen „applaudieren“. „Diese Aussage offenbart nicht nur ein hohes Maß an Zynismus, sondern auch, wie sehr die Ressortspitze die bestehenden Probleme im Umgang mit drogenabhängigen Eltern unterschätzt. Die neuen Haaranalysen machen deutlich, dass das bestehende Hilfesystem völlig versagt“, so Mohr-Lüllmann. Bei den nun bekannt gewordenen Fällen handelt es sich um Kinder im Alter von ein bis elf Jahren.
Aus Sicht der Bürgerschaftsabgeordneten müssen die bestehenden Maßnahmen so entwickelt werden, dass der Drogenmissbrauch nicht erst auffällt, wenn Kinder bereits abhängig sind oder Hirnschäden erkennbar sind. „Die Sicherung des Kindeswohls scheitert in Bremen nicht am Geld, sondern an der Wirkungslosigkeit der bestehenden Maßnahmen. Ich erwarte von Gesundheitssenatorin Ingelore Rosenkötter eine rückhaltlose Aufklärung der Fälle und Verbesserungen, damit der Staat seiner Schutzfunktion endlich gerecht werden kann“, so die stellvertretende Vorsitzende der CDU-Bürgerschaftsfraktion. Dazu gehöre eine engere Betreuung der Substituierten und Kinder. Voraussetzung sein ein grundlegendes Umdenken in der Drogenpolitik. Rita Mohr-Lüllmann: „Weder den Patienten noch den Kindern wird geholfen, wenn die politisch Verantwortlichen länger tatenlos zusehen, wie weitere Fälle von Drogenmissbrauch an Kindern aufgedeckt werden und die bestehenden Probleme herunterspielen.“






